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Meditation
In Zeiten, in denen viel auf uns einstürmt, neigen wir
dazu, kopflos, verwirrt und zerstreut zu sein. Wir vergessen
Dinge, reagieren unachtsam auf die Menschen um uns herum und
haben Mühe, bei der Sache zu sein. Am Ende eines solchen
Tages sind wir geistig, aber auch körperlich erschöpft
und haben dennoch Mühe, gut zu schlafen, weil wir nicht
abschalten können. Sind wir endlich eingeschlafen, treibt
uns dieselbe innere Unruhe in den Traumphasen weiter um, so dass
wir uns hin und her wälzen, mit den Zähnen knirschen,
oder wach liegen und grübeln. Eine solche Lebensführung
ist auf Dauer für Körper und Geist schädlich.
Ein Geist, der immer abschweift, verliert
nicht nur den Faden im Tun oder im Gespräch, sondern er verliert ebenso die
Kontinuität im Fühlen. Die Tiefe des Fühlens geht
verloren und der Mensch verliert die Spürfähigkeit
und das „Spürbewusstsein“ für sich selbst.
Menschen, die diesen Draht zu sich verloren haben, suchen oft
im Außen nach stärkeren Reizen. Sie rasen mit dem
Auto, suchen heftige Auseinandersetzungen, brauchen Stress bei
der Arbeit, harte Sportarten, pausenlose Freizeitbeschäftigungen
usw., um sich überhaupt noch zu spüren.
Der Weg darf zurückführen zum Feineren, Zarteren,
Sanfteren und zur inneren Wahrnehmung, in der die Aufmerksamkeit
gebündelt und gelenkt wird. Dies geschieht bei der Meditation.
Mit Zeit und Geduld lernen wir, unseren
Geist zu sammeln und zu zentrieren. Wir konzentrieren uns dabei
auf eine einzige Sache, eine Kerze, eine Blume, einen Ton oder
den Atem. Der Geist schweift aber gerne weiter herum, deshalb
müssen wir ihn schulen
und trainieren. Denn ein stiller Geist ist die Voraussetzung
dafür, dass wir zum Beobachter und Zeugen werden können.
Das heißt, einfach wahrzunehmen, was geschieht oder was
ist, ohne zu bewerten, einzuordnen, zu kommentieren oder
zu beeinflussen. Ich werde zum Zeugen meiner Gedanken und Gefühle.
Ich werde zum Zeugen meines Tuns und meiner Begegnungen mit anderen
Menschen. Ich trete ihnen mit mehr Offenheit und Liebe gegenüber
und bilde mir keine Meinung über sie. Ich achte ebenfalls
immer mehr auf einen bewussten und liebevollen Gebrauch der Sprache
und auf eine positive Qualität meiner Gedanken.
Auf diese Weise versuche ich mir ein liebevolleres
Umfeld und liebevollere Beziehungen zu schaffen. Sie werden
feststellen – es
funktioniert!
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