Pranayama – die Atemübungen des Yoga

„Fließt der Atem, fließen auch die Gedanken; Ruht der Atem, so ruhen auch sie. Da ein Yogi nach Ruhe strebt, muss der Atem beruhigt werden.“ (Hatha-Yoga-Pradipika II,2)

 
Unter Pranayama verstehen wir die bewusste Kontrolle und Steuerung des Atems.

Der Atem variiert je nachdem, wie intensiv wir uns körperlich betätigen, um uns einerseits immer mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen und andererseits im Körper entstandene Stoffwechselschlacken in Form von Kohlendioxid über die Ausatmung zu entsorgen. Unsere Umgangssprache belegt deutlich, wie sehr unsere Gefühle und unser Denken den Atem beeinflussen. Da „stockt mir der Atem“ oder  „bleibt mir die Luft weg“, wenn ich mich erschrecke. In „atemloser“ Spannung sehe oder lese ich einen guten Krimi. Wenn ich mich sehr aufrege und wohlmöglich aus der Haut fahre, höre ich von meinen Mitmenschen ein wohlmeinendes „Nun halt mal die Luft an!“ oder „Atme erst mal tief durch!“. Hat sich mein Gemüt wieder etwas beruhigt, „muss ich erst mal zu Atem kommen“. Ich habe einen „langen Atem“, wenn ich in der Lage bin, ausdauernd und beständig zu sein. Gar nicht so nett klingt hingegen, wenn man jemanden „langatmig“ nennt, weil man sich langweilt bei dem, was der andere erzählt.

Die Beziehung zwischen geistig-seelischer Verfassung und Atem ist offensichtlich.

Der Zustand unseres Geistes ist mit Hilfe des Atems bewusst beeinflussbar. So können wir z.B. in Konfliktsituationen nach einem tiefen Einatmen bewusster auf unser Gegenüber reagieren, was die Situation entschärft. Bei Stress können wir uns durch ein paar tiefe Atemzüge beruhigen und einen klaren Kopf bewahren. Schmerzen können wir durch die Konzentration auf den Atem beeinflussen. Wir können viel an unserem Atem verändern und dadurch intensiv auf unser Befinden, Denken und Handeln Einfluss nehmen.

Im Yoga wurde ein vollständiges System von Übungen entwickelt, die helfen , den Geist einerseits zu beruhigen und andererseits die Lebensenergie des Menschen zu vermehren und zu lenken. Wir nehmen mit jedem Atemzug nicht nur Sauerstoff, sondern auch Mineralien, Spurenelemente und Lebensenergie (Prana) auf. In einem gesunden Menschen fließt Prana ungehindert. Wenn wir uns seelisch und geistig verspannen, dann wird der Fluss der Lebensenergie blockiert. Die Blockaden befinden sich genau dort, wo der Körper auf unseren Gemütszustand reagiert, sei es bei einigen im Rücken, bei anderen im Magen oder im Kopf usw. Wenn wir uns nicht die notwendigen Pausen gönnen, dann „geht uns die Luft aus“ und die Energie fließt ungehindert aus uns heraus, ohne dass wir Zeit und Möglichkeiten finden, uns wieder aufzuladen. Wir fühlen uns ausgebrannt und leer – wir sind gestresst und atmen kurz, flach und unregelmäßig.

 

Lernen Sie, wieder bewusst auf Ihren Atem zu achten!
Sie schenken sich damit selbst Aufmerksamkeit und das tut einfach gut!