Asanas – die Körperübungen des Yoga

Asanas sind Körperübungen oder Körperhaltungen. Am Anfang werden einfache Körperhaltungen geübt, denn würde man gleich  mit schwierigen Asanas beginnen, müsste man die gesamte Aufmerksamkeit der richtigen Ausführung der äußeren Form widmen. Im Yoga ist die äußere Form jedoch zweitrangig. Es geht nicht darum, die Körperstellung perfekt einzunehmen.

Dies ist ein Lernprozess, da viele zur Perfektion neigen und das Ziel haben etwas unbedingt richtig und gut zu machen. Die Haltungen werden aber nicht um ihrer selbst willen geübt, sondern sind vielmehr Mittel zum Zweck. Sie sind so konzipiert, dass sie jeweils bestimmte Aspekte unseres Körpers (z.B. die Verdauung), unserer Seele (z.B. die Verinnerlichung) oder unseres Geistes (z.B. die Achtsamkeit) ansprechen. Sie dienen dazu, diese speziellen Erfahrungen zu ermöglichen. Da es also um das innere Erfahren und Erleben geht, beginnen wir mit den einfachen Übungen, bis das Prinzip der Bewegung oder der Haltung nachvollziehbar ist. Ist die Form einfach, kann man sich viel besser auf sich selbst konzentrieren. Man spürt sich besser in den einzelnen Bewegungs- und Haltungsmustern und gewinnt so Klarheit darüber was man schon kann und was man noch nicht kann. Man erkennt, was einem Schwierigkeiten bereitet und wo man z.B. Fehlstellungen am Körper hat. Wir spüren den Schmerz und werden mit unseren Grenzen konfrontiert. Und nur wer seine Grenzen kennt, kann sie überwinden.

Ein weiterer Punkt, dem wir Beachtung schenken können. Wo fängt der Schmerz an? Kann ich ihn ertragen? Wie lange halte ich ihn aus? Kann ich ihn vielleicht sogar loslassen? Habe ich den Mut, die Kraft und den Willen, trotzdem noch ein bisschen durchzuhalten? Wo liegen
Meine Grenzen (meine inneren, psychischen Grenzen und meine äußeren, körperlichen Grenzen)? Wann kann ich aufhören, ehrgeizig zu sein? Kann ich mich so annehmen wie ich jetzt bin? Erkenne ich meine Grenzen an? Versuche ich meine eigenen Grenzen zu überwinden? Habe ich hierzu die Disziplin, immer wieder weiter daran zu üben

Mit Hilfe einfachen Übungen und Bewegungen lernen wir zu erkennen, wie wir strukturiert sind, welche körperlichen, geistigen und seelischen Verhaltensweisen wir uns im Laufe unseres Lebens zu Eigen gemacht haben. Wir erkennen, welche einem gut tun, welche einen behindern und welche einem sogar schaden.

Das Üben der verschiedenen Asanas führt dazu, dass wir anfangen, uns mit uns selbst auseinander zu setzen und wir uns dadurch selbst besser kennen lernen. Wir lernen loszulassen und manchmal über unseren eigenen Schatten zu springen. Wir lernen, uns so zu akzeptieren wie wir sind und erkennen die Möglichkeit, uns weiter zu entwickeln und an uns zu arbeiten.

 

Dies ist der Weg zur Selbstfindung. Er führt letztendlich zu mehr Selbstliebe.